VinzibusArmut gibt es auch in Salzburg! Wurden bis vor einigen Jahren Ausspeisungsprogramme nur von einer überschaubaren Szene meist alkoholkranker Unterstandsloser in Anspruch genommen, hat sich der Kreis jener Leute, die sich jeden Abend für ein belegtes Brot und einen Becher Tee anstellen müssen, um eine beträchtliche Zahl von Personen erweitert, die in eine der vielen neuen Armutsfallen getappt sind.

Da es für Christ/innen eine Pflicht ist, gegen Notstände aufzutreten, oder wenigstens deren Folgen zu mildern, beteiligt sich unsere Gemeinde seit mehreren Jahren an der Aktion "Vinzibus" (siehe www.vinzibus-salzburg.at). Zu diesem Anlass treffen sich einige Leute zum gemeinsamen Brote streichen, fahren von der Kirche zum Hof des Bürgerspitals und verteilen dort anschließend Brot und Tee an die etwa 30 bis 50 Interessent/innen.

Wenn wir uns auch im Klaren sind, dass wir damit nur einen sehr kleinen Beitrag gegen die Armut in unserem Land leisten, sind wir doch stolz darauf, als kleine Gemeinde immerhin zwei Abende pro Monat abdecken zu können. Wann unsere Kirchengemeinde aktiv ist, erfahren sie bei unseren Terminen (Vinzibus 1 und Vinzibus 2). Wenn Sie sich beteiligen möchten, kommen Sie einfach einmal zum Brotestreichen in die Kanzleiräume der Kirche ab 18:00.

Die altkatholische Kirche gewährte dem Vinzi-Bus einige Zeit Asyl (nachzulesen hier), nun sind wir froh, dass es zu einer guten Lösung im Sinne der Bedürftigen gekommen ist (nachzulesen hier).

Auf Asyl (lat. asylum: „unberaubt“, „sicher“) hoffen 20 Männer, eine Frau und vier Kinder, die im September 2014 im Solidaritätszentrum Zeitraum in Ostermiething aus Syrien, dem Irak und Nepal ankamen. Sie flüchteten vor Gewalt und Krieg in ihren Heimatländern und waren zum Teil mehrere Jahre unterwegs, wie der Bericht eines Ostermiethinger Asylwerbers im Spiegel von 11/2012 zeigt (hier).Solidaritätszentrum Ernsting

Familie Widauer vom Solidaritätszentrum Zeitraum ist bemüht, den Asylwerber/innen ein bestmögliches Zuhause anzubieten. Es ist gelungen, zusätzlich zur sozialen Betreuung durch die Volkshilfe, ein Netzwerk von lokalen Helfer/innen und Unterstützer/innen aufzubauen. Dazu zählen u.a. ehrenamtlich durchgeführter Deutschunterricht von Lehrer/innen für Erwachsene, die Zusammenarbeit mit Schulen, dem Sportverein und Unternehmen vor Ort, die altkatholische Kirchengemeinde und die römisch-katholische Pfarre und nicht zuletzt viele Einzelpersonen, die sich einbringen.

So beteiligt sich unsere Kirchengemeinde:

  • Jährlich soll eine Kollekte bei einem der großen Feste im Jahreskreis dem Solidaritätszentrum gewidmet werden.
  • Durch unseren Email-Verteiler werden Sie informiert, was die Asylwerber/innen aktuell an Grundversorgung benötigen. Viele Gemeindemitglieder beteiligen sich an den Sammelaktionen und tragen so zu einem menschenwürdigen Aufenthalt in Österreich bei.

„Das Leben hier ist ganz normal und doch so anders …“ bringt es Frau Widauer auf den Punkt. In einer wöchentlichen „Hausrunde“ wird einerseits über Regeln und Gewohnheiten, die in Österreich üblich sind, gesprochen und andererseits werden aktuelle Themen geklärt, um ein gutes Miteinander zu gestalten. Die momentane Sicherheit für die anwesenden Asylwerber/innen und ihr Wohlbefinden steht jedoch auf wackeligen Beinen. Es gibt gute und schlechte Tage: WLAN bedeutet die wichtigste Verbindung zu den Familien im Heimatland. Je nachdem ob die Familie und Freunde überhaupt erreicht werden, ob diese an Hunger und/oder unter Repressionen leiden, selbst auf der Flucht sind oder Einzelne gar getötet wurden, sind es gute oder schlechte Tage.

Kalender 2011Aus den vielfältigen Erfahrungen und Eindrücken der Israelreise der Gemeinde im November 2010 wurde ein Jahreskalender 2011 erstellt.

Dieser war einige Zeit in der Kanzlei gegen eine Mindestspende von 8€ erhätlich. Durch den Verkauf konnte die Kirchengemeinde 1.200€ für das Babyhospital in Bethlehem sammeln und spenden. Das Babyhospital wurde von der Reisegruppe auch besucht, wodurch ein persönlicher Bezug zur Kirchengemeinde gegeben ist. Ein unglaublicher karitativer Erfolg, wenn man die Größe unserer Gemeinde bedenkt!

Für dieses Projekt gilt ein herzlicher Dank Eva Gadocha und ihren HelferInnen! Sowie allen, die gespendet haben. Den Kalender zum Download gibt es hier.

Wir werden dem Babyhospital in Bethlehem weiterhin verbunden bleiben. Jährlich wird eine Kollekte bei einem der großen Feste im Jahreskreis gewidmet. Die Spendenbestätigung für 2014 finden Sie hier.