Pfarrer i.R. Werner Leidenfrost

Mein Weg zum Priester und in die Altkatholische Kirche verlief über viele gekrümmte Wege.

Geboren 1945 in Altlengbach (NÖ), wo ich auch meine Kindheit und Jugend verbrachte. Die kaufmännische Lehre schloss ich mit Auszeichnung ab. Nach einem weiteren Jahr Tätigkeit in diesen Beruf begann ich 1963 ein Postulat im Stift Lilienfeld. 1964/65 war ich Novize und legte anschließend die Ordensgelübde ab. Noch im gleichen Jahr wurde ich Schüler der Realaufbaumittelschule der Benediktiner in Lambach. 1970 maturierte ich und begann an der Uni-Sbg. mit dem Studium der Fachtheologie, das ich mit dem Magister abschloss. 1974 wurde ich zum Priester geweiht und war in den Jahren 1973 (zuerst als Diakon) bis 1975 in der Pfarre St. Blasius in Salzburg in der Seelsorge tätig. Zu Ostern 1975 ließ ich mich vom Kloster beurlauben und wechselte an die Päd. AK in Salzburg, wo ich die Lehramtsprüfungen für Allgemeine Sonderschule, Logopädie, Gehörlose und Schwerhörige ablegte. Von 1977 bis 2005 war ich als Lehrer in der Mittelstufe am Landesinstitut für Hörbehinderte (Josef Rehrl Schule in Lehen) tätig.

1976 heiratete ich Elisabeth Sallinger und in der Folge wurde ich Vater von 3 Kindern (Daniel 1979; Severin 1983 und Lucia 1990). Der Wohnort wurde mit der Geburt des 1. Kindes Schwertfern in Frankenmarkt, wo wir ein altes Haus kauften, umbauten (besser gesagt, den barocken Grundkern des Hauses wieder herstellten) und wo ich mit Elisabeth auch heute noch wohne. Noch in den letzten Jahren meiner Tätigkeit als Lehrer kam ich 1998 durch Zufall zu einem Gottesdienst in Salzburg, den Martin feierte. Seine Predigt hat mich angesprochen und auch die Liturgie, die mir Heimat vermittelte, führten dazu, dass ich des Öfteren zum Gottesdienst kam. 1999 trat ich der Kirche bei und bekam die bischöfliche Erlaubnis Gottesdienste zu feiern. 2000 übernahm ich als Seelsorger Ried i. I. und wurde 2003 gewählter Pfarrer. Diese Tätigkeit übte ich bis über meinem 70. Geburtstag aus.

Zeit meines Lebens habe ich mich mit Theologie und den Veränderungen des Weltbildes durch die Naturwissenschaften beschäftigt. Diese Auseinandersetzung führte mich vom Zisterzienserorden weg und lies mich einen von der Kirche unabhängigen Beruf wählen. Da in der Altkatholischen Kirche kein dogmenorientiertes Kirchenrecht herrscht, konnte ich mich mit dieser Kirche verbinden. Ich sehe für mich die Aufgabe, als Verkünder der Botschaft Jesu die Texte der Schrift so zu verkünden, dass sie in der Bibelwissenschaft auf der Höhe der Zeit sind und dass alle Normen, die einem historischen Weltbild verhaftet sind, für uns und unsere Zeit übersetzt werden.  

Da ich, Gott sei gedankt, rüstig bin und mich kräftig genug sehe, werde ich weiterhin der KG Salzburg meine Dienste zur Verfügung stellen. Ich bin auch wieder zur Sbg.-KG zurückgekehrt. Die Stadt Salzburg ist mir Heimat geworden.